
Treffpunkt für das geplante Tourenwochenende war 8:50 Uhr an der Talstation der Fellhornbahn. Mit dabei waren neben Stefan, unserem Tourguide noch Hanna, Lena, Felicitas, Silvia, Christian (der Schreiberling) und Joel Fabrice.
Stefan und die vier Mädels kannten sich schon von der gemeinsam bestrittenen Power-Mädels Skitour des DAV. Im Verlauf des Tages stellte sich schnell heraus, dass die Bezeichnung Power-Mädels mehr als zutreffend war.
Da für das Wochenende Selbstversorgung angesagt war, musste das Essen noch auf die Rucksäcke verteilt werden. Dann zügig ab in die Bahn und auf den Berg. Am Ausstieg der Zweiländerbahn hieß es Ski an den Rucksack und zu Fuß durch den Tiefschnee die ersten 25 Minuten hoch auf Sattel der Kanzelwand. Während im Tal und bei der Auffahrt noch trübes Wetter herrschte, hatten wir - am Sattel angekommen – strahlenden Sonnenschein und einen tollen Rundumblick über die Wolken auf die umliegenden Berge, während unter uns in Richtung Südost ein traumhafter sonniger Tiefschneehang hinab ins Wank wartete.
Ski an und dann die ersten rund 350 hm Tiefschneehang ….was für ein grandioser Start ins Wochenende. So leistungslos sollten uns die weiteren Abfahrten des Wochenendes nicht mehr in den Schoß fallen.

Unten auffellen und Querung hinauf zur Hochebene des Warmatsgund; von hier hatten wir in Richtung Südwest in der Höhe zum ersten Mal Sicht auf die Fiderepasshütte. Unterhalb der Hütte auf der linken Seite unsere Aufstiegsrinne, das sogenannte Kanonenrohr. Hier hinauf der erste Vorgeschmack auf den eher schweißtreibenden Teil des Tourengehens. Der Aufstieg steil, im Schatten und damit teils stark verharscht, teils vereist, zwang uns, die Ski wieder auf dem Rücken, mit Vorsicht zu Fuß aufzusteigen. Die letzten knapp 70 Höhenmeter dann wieder mit Ski weiter, standen wir zur Mittagszeit in der Sonne vor der Hütte. Freudig auf die Bänke…Mittagszeit.
Stefan mit den besten Beziehungen nach ganz oben, konnte das Vergnügen noch steigern – er hatte den Schlüssel für das Getränkelager der Hütte. Bierle in the sun….was will man mehr.

Nach ausgiebigem Sonnenbad bezogen wir den Winterraum, ließen bis auf das Notfall-Equipment alles in der Hütte und begaben uns zum Aufstieg auf die Fiderescharte. Unten zwar einige steinige Stellen bot der steile Sonnenhang alles für eine coole Abfahrt. Der Aufstieg war aber nicht ohne - Harsch im Wechsel mit Tiefschnee bei Neigungen zum Ende bis 45 Grad. Nach Aufstieg folgt Abfahrt – wieder ein Traum. Noch einmal der Gegenanstieg zur Hütte, dann ab in den Winterraum. Holz holen und spalten, Feuer machen, Nachtlager vorbereiten – nach 1h war es mollig warm. Durch das riesige Sichtfenster des Winterraums strahlte uns die Abendsonne auf den Tisch und das Feierabendbier. Stefan konnte sich wieder als Tourenprofi profilieren und zauberte aus seinem Rucksack eine Hartwurst, ein Stück Käse und eine Dose Oliven.
Danach Essenmachen - das Abendessen, einfach aber lecker (Pasta mit hervorragender Tomatensauce, Speck, Zwiebeln und Zucchini) – danke an Joel fürs Kochen.

Ein weiteres Highlight zu später Stunde war die Musikeinlage von Stefan und Felicitas auf Akkordeon und Gitarre, die in der Hütte auf Wiederbelebung warteten. Die Gitarre setzte sich allen Stimmversuchen zur Wehr und landete schnell in der Ecke. Auch wenn die eine oder andere Taste am Akkordeon wohl vertauscht war, konnten die beiden mit Ihren Einlagen die Stimmung ordentlich steigern.

Die Nacht verlief ruhig und am nächsten Morgen ging es nach Frühstück und Winterraumreinigung (don´t leave any footprints) wieder auf Tour – jetzt wieder mit vollem Gepäck. Ziel war die Scharte zwischen Alpgund- und Roßgundkopf auf knapp 2100 Hm. Der Anstieg in Nord-West-Ausrichtung im Schatten mit Neigungen bis über 40 Grad gestaltete sich als wahre Spitzkehrenorgie in wieder teils verharschtem Terrain; mit Harscheisen aber gut machbar. Oben angekommen boten die Gipfel zu allen Seiten wieder ein Traumpanorama im strahlenden Sonnenschein. Jetzt hatten wir rund 700 hm Abfahrt vor uns, davon die ersten 400hm durch nahezu unverspurten Tiefschnee. Kurzer Gegenanstieg und dann durch die Büsche runter ins Wank, auf der Forststraße bis zur Fellhorn-Talabfahrt die letzten Meter zur Talstation mit Einkehrschwung.

Da in der heutigen Zeit ja alles bewertet werden muss, hier noch schnell die Google-fähige Zusammenfassung:
Gruppe 5 von 5
Wetter und Natur 5 von 5
Skiverhältnisse 4 von 5
Tourenleitung, Organisation und Kümmerfaktor von Stefan 6 von 5
Danke an Stefan und die ganze Gruppe für das wirklich schöne Wochenende
Christian Roßbach






