
Ziel am heutigen Tag ist die Krinnenspitze oberhalb des Haldensees. Treffpunkt ist an der Talstation des schon seit Jahren still gelegten Skiliftes Krinnenalpe. Anna, heutige Tourleiterin, begrüßt die fast 20 jungen und jung gebliebenen Bergwanderer und Wanderinnen und freut sich, zwei neue Gesichter in der Gruppe begrüßen zu können. Sie erklärt die Route mit ihren Herausforderungen, unter anderem einem schmalen Grat fast am Ende des Anstiegs, den es zu überwinden gilt. Einige wenige drücken mit skeptischem Blick ihre Besorgnis aus, ob sie das wohl wegen ihrer Höhenangst schaffen. Anna ist vorbereitet und bietet für den Fall eine Alternativroute am Grat vorbei an.
Und dann kann es losgehen. Vom Parkplatz aus lassen wir den steileren Anstieg links liegen und gehen den Schotterweg bis Liftstation Krinnenalpe. Dort biegen wir links ab in den Weg, um kurze Zeit später in den Gamsbocksteig einzubiegen und uns an den Aufstieg zu wagen. Der schmale Kiesweg, teils verblockt erinnert uns schon früh daran, dass wir heute insgesamt etwa 900 Höhenmeter überwinden werden, bis das lohnende Gipfelziel in etwa zwei Stunden erreicht sein wird. Der Blick geht spätestens bei den großzügig eingeplanten Trinkpausen hin und wieder zurück Richtung Tannheimer Tal.

Der Weg wird steiler, beim Klettern helfen mitunter die Hände, zum Abstützen oder um sich hoch zu ziehen. Alle sind mutig und trittsicher genug, den schmalen Grat von wenigen Meter zu überwinden, so dass der Alternativweg vermieden werden kann. Wir freuen uns mit den vorher Skeptischen, dass sie den Mut gefasst haben, und sicher den Weg, wenn auch teilweise mit Unterstützung überwunden haben.
Am Ziel angekommen, auf etwas mehr als 2000 Höhenmeter belohnt uns die Krinnenspitze, die geologisch als Hauptdolomit bezeichnet wird, mit einem grandiosen 360 Grad-Blick. Im Norden die Tannheimer Berge, unterhalb das Tannheimer Tal mit dem Haldensee. Majestätisch zeigen sich uns die höchsten Erhebungen Einstein, Aggenstein, Rote Flüh und Gimpel, neben einigen anderen kleineren Gipfeln. Im Süden geht der Blick nach Weißenbach und ins Lechtal. Im Osten grüßen die Allgäuer Alpen mit Hochvogel und vielen anderen Berggipfeln. Auch deren Namen kommen Anna wie gewohnt sicher über die Lippen.

Einziger Wermutstropfen sind die vielen fliegenden Ameisen, die sich wohl zum Ziel gesetzt haben, uns zu vertreiben, was ihnen letztlich auch gelingt. Der Rückweg Richtung Edenalpe, führt uns wieder über breitere Wege durch Wiesengelände, über Viehweiden. Bei der lieb gewonnenen, traditionellen Einkehr nutzen wir neben dem kulinarischen Angebot auch die Ruhepause, in der eifrig geplaudert und geflachst wird.
Weiter Richtung Startplatz gehen wir den Alpenrosenweg entlang. Vorbei an Vieh- und Pferdeweiden, richtet manch einer den Blick noch mal gen Himmel, oder schaut still vor sich hin und lässt die Eindrücke der heutigen Tour noch mal Revue passieren. Einige sind ins Gespräch mit anderen vertieft. So geht ein schöner Wandertag zu Ende.

Vielen Dank an Anna und Franz für die – wie immer – hervorragende Tourenbegleitung, und vor allem auch die Planung. Es war wieder ein hervorragend ausgewähltes Ziel. Anna beglückwünscht uns dafür, dass wir alle so gut mitgegangen sind. Wir freuen uns auf die nächste Tour mit unserem bewährten Tourenleiterteam.
Ergänzung: Der Name Krinnenspitz stammt von der Alpe Krinnen auf der Nordseite, die für das Jahr 1769 belegt ist. Sie hat ihren Namen von der Rinne (ursprünglich hieß der Gipfel Rinnen Spitz, erstmals erwähnt 1774)), die von dem Almgebiet zum Haldensee hinabzieht. „Krinne“ in der Bedeutung von Kerbe, Einschnitt oder Rinne ist ein althochdeutsches Wort, belegt als krinna. Quelle: Wikipedia
Achim Wagner
