Seniorentour am 27. Mai zum Riedberger Horn

Am 27. Mai 2026 trafen sich 18 rüstige und bestens gelaunte Senioren des DAV Oberstdorf um 9 Uhr am Bahnhofsplatz in Oberstdorf. Nach einem fröhlichen Hallo und der obligatorischen Begutachtung von Wetter, Wanderschuhen und Tagesform ging es in Fahrgemeinschaften mit privaten PKWs zur Berghütte Grasgehren, dem Ausgangspunkt unserer Tour.

Dort stellte uns Franz den pensionierten Förster Peter Titzler aus Oberstdorf vor. Schnell wurde klar: Mit ihm hatten wir nicht nur einen ausgewiesenen Fachmann, sondern auch einen unterhaltsamen Wanderbegleiter gewonnen. Mit viel Humor, spannenden Geschichten und erstaunlichem Detailwissen führte er uns in die Geheimnisse der Geo- und Ökologie des Riedberger Horns ein.

Der Aufstieg erfolgte zunächst über den Ostgrat. Schon bald richteten sich die Blicke nicht nur auf die beeindruckende Bergwelt, sondern auch auf den Borstgrasrasen, der für diese Gegend typisch ist. Peter erklärte, dass diese durch die Alpwirtschaft entstandenen Biotope wahre Schatzkammern der Artenvielfalt sind. Zwischen Enzianen, Orchideen und allerlei anderen botanischen Kostbarkeiten hielten wir natürlich auch Ausschau nach dem berühmten Birkhuhn. Dieses zeigte sich allerdings ebenso kamerascheu wie manche Teilnehmer bei Gruppenfotos. Dafür entdeckten wir eine Blindschleiche, die sich deutlich kooperativer verhielt.

Besonders interessant waren Peters Ausführungen zur geplanten Skischaukel am Riedberger Horn. Das Vorhaben scheiterte unter anderem am instabilen Flyschgestein, das Hangrutschungen im Bereich der geplanten Verbindungspiste begünstigt hätte. Da der Klimawandel mit zunehmenden Starkregenereignissen die Situation zusätzlich verschärft, entwickelte sich unter den Teilnehmern rasch eine lebhafte Diskussion über Alpwirtschaft, Naturschutz und die Zukunft unserer Berglandschaften. Die Argumente gingen dabei fast so munter hin und her wie die Wanderstöcke auf dem Weg zum Gipfel.

Inzwischen setzt die Region auf ein sanftes Tourismuskonzept, das gemeinsam mit Umweltverbänden entwickelt wurde und den Schutz der Natur in den Vordergrund stellt.

Während die Gespräche weiterliefen, kämpften wir uns bei sommerlichen 26 °C Höhenmeter um Höhenmeter bergauf. Am Gipfelkreuz angekommen, wurden wir mit einer tollen Aussicht auf die umliegenden Gipfel belohnt. Während einige noch die Bergwelt bewunderten, schweiften die Gedanken anderer bereits Richtung Berghütte Grasgehren – genauer gesagt zu kühlem Bier, heißem Kaffee und verlockenden Kuchenstücken.

Anschließend machten wir uns über den Südgrat an den Abstieg zur Mittelalpe, die leider Ruhetag hatte. Nach kurzer Trinkpause ging es über den Alp- und Forstweg zurück nach Grasgehren.

Dank Peters interessanter Erläuterungen und der guten Gespräche verging die Zeit wie im Flug. Schließlich erreichten wir die Berghütte Grasgehren, wo wir es uns im Schatten gemütlich machten und den gelungenen Wandertag bei Speis und Trank ausklingen ließen.

Ein herzlicher Dank gilt insbesondere Franz und Anna für die Organisation sowie Peter Titzler für seine kurzweilige und informative Begleitung. Wieder einmal zeigte sich: Wandern bildet, hält fit und macht in guter Gesellschaft einfach doppelt so viel Freude.

 

Rita Sommer

zur Übersicht