„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“ Die Herausforderung, dieses Sprichwort auf seine Richtigkeit zu prüfen, nahmen (gern?) siebzehn Senioren an. Wie die Wolken kamen sie aus allen Richtungen: die meisten aus Oberstdorf, aber auch aus weiteren, bis zu 2 Stunden entfernten Ortschaften. Und das bei DEM Wetter, Respekt!

Ausgerüstet mit Regenschirmen, -hosen, -jacken und -ponchos, Rucksackhüllen und eisernem Willen machten sie sich von Zöblen aus auf den Weg zum Schönkahler. Vorsichtshalber wählten einige die Alternative, die ersten 200 Höhenmeter bis zum Gasthof Zugspitzblick zu fahren und dort noch einen Kaffee zu genießen, während acht Hartnäckige schon dem ersten Schauer trotzten.
Da alle dadurch auf ihre Kosten gekommen waren, herrschte die beste Stimmung, als sie, wieder vereinigt, den weiteren Aufstieg in Angriff nahmen. Zuerst auf einem breiten Weg und dann über eine steilere, nasse Wiese ging es zum ersten Gipfel, dem Pirschling. Die kleine Senke gleich dahinter bot eine willkommene Erholung vor dem letzten Buckel zum Schönkahler. Schon während des Aufstiegs hatten alle verstanden, warum dieser 1689 Meter über dem Meer gelegene Gipfel so heißt: Egal, ob man sein Augenmerk auf die niedrige Vegetation um sich herum mit nur Gras und Moor oder auf die Aussichten lenkte, alles entschädigte für die Anstrengung.

Der Himmel hatte dabei ein Einsehen und seinen Hahn zugedreht, sodass uns eine schnelle Brotzeit, für ein längeres Sitzen war es doch zu feucht, mit Panoramablick gegönnt wurde.
Teilweise auf demselben, teilweise auf einem anderen Weg wurde schnell der Gasthof Zugspitzblick wieder erreicht, pünktlich für die traditionelle Einkehr.
Natürlich ging es bei dem ganzen Spaß nicht nur ums Gehen, sondern auch um die Freude an dem Austausch mit den Mitwanderern. Neben den üblichen lauten Gesprächen über Reisen, Bergtouren, Familie, Vegetation, Landschaft, Ausrüstung … wurde in der Früh geflüstert, dass eine von uns Geburtstag hatte. Passend zum Wetter prasselten dann gleich die besten Wünsche auf sie ein, und bald dachte sie wahrscheinlich, das Ganze überstanden zu haben. Tja … die Überraschung kam noch gegen Ende der Einkehr: Diesmal regnete es Funken einer Wunderkerze, begleitet vom Chor der ganzen Gruppe. Ein schöner Abschluss!

Und die Ausrüstungsprobe? Es gab ja kein schlechtes Wetter, nur passende Kleidung und eine positive Einstellung. Danke an alle für die gute Laune und an Franz und Anna für die Führung.
Marie Masse
