Eine besondere Auszeichnung für viele Jahre Engagement und nachhaltige Hüttenentwicklung
Ein goldener Oktobertag, strahlender Sonnenschein und ein ganz besonderer Anlass: Auf der Terrasse der Fiderepasshütte durften wir in diesem Herbst das Umweltgütesiegel der Alpenvereine entgegennehmen. Eine Auszeichnung, über die wir uns als Sektion ganz besonders freuen – schließlich steckt dahinter viel Arbeit, Engagement und die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Hütte über viele Jahre hinweg.
Zur feierlichen Übergabe waren Domenico Tagliamonte und Anna Kühlen von der Umweltgütesiegel-Jury auf die Fiderepasshütte gekommen. Gemeinsam mit unserem Hüttenwirt Hubert Kaufmann, Hüttenwart Klaus Noichl, unseren Vorständen Nadine Tauscher und Andreas Schubert sowie Geschäftsführerin Janina Wachter wurde die Auszeichnung bei schönstem Herbstwetter auf der Hüttenterrasse gefeiert. Auch Vertreter der DAV-Sektionen Kempten und Bad Reichenhall waren mit dabei. In einigen persönlichen Worten ging Domenico auf die Bedeutung des Umweltgütesiegels und die Verantwortung ein, die mit dem Betrieb einer Alpenvereinshütte verbunden ist.
Was steckt hinter dem Umweltgütesiegel?
Das Umweltgütesiegel der Alpenvereine ist eine besondere Auszeichnung für Hütten, die festgelegte Anforderungen an eine umweltgerechte Bewirtschaftung erfüllen. Dabei geht es um weit mehr als einzelne Energiesparmaßnahmen: Bewertet werden unter anderem die Energie- und Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung, Abfallvermeidung, der Einsatz von Reinigungsmitteln sowie die Verwendung regionaler Lebensmittel.
Gerade im hochalpinen Raum ist das keine Selbstverständlichkeit. Was im Tal oft auf Knopfdruck funktioniert, erfordert auf über 2.000 Metern Höhe aufwendige technische Lösungen, sorgfältige Planung und einen bewussten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.
Viel bewegt in den vergangenen Jahren
Dass wir das Umweltgütesiegel nun entgegennehmen dürfen, ist auch das Ergebnis zahlreicher Investitionen und Verbesserungen, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit unserem Hüttenwirt umgesetzt haben.
Ein wichtiger Meilenstein war die Erneuerung der Wasserversorgung im Jahr 2023. Unser Wasser stammt aus einer eigenen Quelle und muss aufbereitet und rund 140 Höhenmeter zur Hütte hinaufgepumpt werden.
Auch bei der Energieversorgung hat sich einiges getan: Durch den Ausbau unserer Photovoltaikanlage und die Ergänzung eines Elektroheizstabs im Pufferspeicher können wir inzwischen einen größeren Teil des selbst erzeugten Solarstroms direkt für die Wärmeversorgung nutzen. Dadurch muss unser mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk deutlich seltener laufen.
Doch auch abseits der technischen Infrastruktur wird auf der Fiderepasshütte viel Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen gelegt. So stammen unsere Lebensmittel zu einem großen Teil von regionalen Betrieben aus dem Allgäu und dem Kleinwalsertal. Unnötige Verpackungen werden möglichst vermieden, Abfälle getrennt und wieder ins Tal transportiert. Und auch unsere Hüttenschweine leisten seit vielen Jahren ihren ganz eigenen Beitrag zur Verwertung geeigneter Küchenreste.
Nachhaltigkeit beginnt auch beim Mitdenken
Im Zuge der Bewerbung um das Umweltgütesiegel haben wir uns außerdem intensiv damit beschäftigt, wie wir unsere Gäste noch besser über die Besonderheiten des Hüttenbetriebs informieren können.
Denn vieles von dem, was hinter den Kulissen passiert, bleibt für Besucherinnen und Besucher unsichtbar. Woher kommt eigentlich unser Wasser? Wie erzeugen wir unseren Strom? Was passiert mit dem Abfall? Und warum ist ein bewusster Umgang mit Wasser und Energie hier oben so wichtig?
Mit unserer neuen Gästebroschüre „Hinter den Kulissen der Fiderepasshütte“ möchten wir künftig genau diese Fragen beantworten und zeigen, wie viel Technik, Organisation und Engagement hinter dem Betrieb unserer Hütte stecken.
Eine Auszeichnung, die uns stolz macht
Für uns ist das Umweltgütesiegel eine schöne Bestätigung dafür, dass sich die Arbeit und die Investitionen der vergangenen Jahre gelohnt haben. Gleichzeitig ist es ein Ansporn, unsere Fiderepasshütte auch in Zukunft verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Ein besonderer Dank gilt unserem Hüttenwirt Hubert Kaufmann, unserem Hüttenwart Klaus Noichl und allen, die mit ihrem Einsatz zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Und schöner hätte der Rahmen für die Verleihung kaum sein können: Bei strahlender Herbstsonne, umgeben von der beeindruckenden Bergwelt der Allgäuer Alpen, durften wir gemeinsam auf diesen besonderen Meilenstein anstoßen.
Gez. Janina Wachter
Bilder / Simon Wiesinger



